Der 28. Spieltag

Nachdem die Meisterfrage am Dienstag so früh wie noch nie in der Bundesliga-Geschichte geklärt wurde, könnte man annehmen, dass Langeweile in Liga 1 droht. Dem ist aber mit Nichten so, denn Abstiegskampf und der Wettstreit um die Tickets nach Europa sind spannender denje.
Ein Team, dass sich mit Sicherheit in die Königsklasse einziehen möchte, ist Schalke 04. Diese mussten sich in der Rückrunde nur dem vorzeitigen Champion geschlagen geben. Maßgeblich beteiligt, nicht nur aufgrund seiner Weltklasseleistung gegen den BVB, war daran Ralf Fährmann. Mit 8 Zu-Null-Spielen bei 15 Einsätzen bietet der Ur-Gelsenkirchener den lange ersehnten Rückhalt. Auf der anderen Seite des Feldes glänzt vor allem Klaas-Jan Huntelaar. Einzig Josip Drmic (9mal) traf 2014 öfter als der Niederländer (8mal).
Ähnlich erfolgreich agierte Mario Mandzukic im neuen Kalenderjahr. Der Kroate schlug schon 7-mal zu und wurde zuletzt knapp 60 Minuten geschont, was einen Startelfeinsatz wahrscheinlich macht. Allgemein brauch man sich als Bayern-Fan wohl keine Sorge um einen erneuten Sieg zu machen. Lediglich 4 der 35 Partien nach vorzeitig gesicherten Meisterschaften verloren die Münchner. Genauso eine Pause erhielt Franck Ribéry, was einen Startelfeinsatz von Europas Fußballer des Jahres sehr wahrscheinlich erscheinen lässt. Nach auskurierter Oberschenkelprellung darf ebenso Thiago Alcanthara auf ein Comeback hoffen. Dieser scheint durch seine starken Leistungen auch Vicente Del Bosque auf sich aufmerksam gemacht zu haben. Denn beim letzten Länderspiel der Furia Roja verdrängte der Sohn von Weltmeister Mazinho Xavi 90 Minuten auf die Bank.
Einen eher schwachen Auftritt boten die Mainzer bei Schlusslicht Braunschweig. Dies werden sie gegen Augsburg korrigieren wollen und bauen dabei besonders auf ihre stabile Defensive. Zentrale Bestandteile stellen hier Routinier Pospech und der junge Stefan Bell dar. Die Fuggerstädter sind zwar nicht unbedingt der Lieblingsgegner der 05er, aber mit dem bärenstarken Publikum im Rücken sollte ein Sieg machbar sein.
Diesmal gegen die Braunschweiger tritt Bayer Leverkusen an. Bei einer schwachen Offensive, in diesem Fall der der Eintracht, bietet sich ein Verteidiger des Gegners an. So nominieren wir den zweikampfstarken Emir Spahic, der vor allem zu Saisonbeginn überzeugte.
Ein weiterer Top-Spieler, der sehr stark zurückkehrte, ist Marco Reus. Beim Revierderby fehlte im lediglich die Effizienz im Abschluss.
In letzter Zeit wieder stärker erscheint das Gladbacher Duo Kruse/Raffael. In der Hinrunde stets gute Punktelieferanten waren die schlechte Form der beiden auch Gründe für die anhaltenden Probleme im neuen Jahr. Hamburgs Trainer Slomka verzeichnet zudem, inklusive seines Hannover Engagements, 9 Auswärtspleiten in Folge.
Also wir hoffen auf einen guten Abschluss der englischen Woche mit vielen Punkten.

In diesem Sinne,
Euer Zeitlos.

Der 24. Spieltag

Spieltag 24 steht ganz im Zeichen des Abstiegskampfes, so gibt es gleich drei direkte Duelle unter den letzten sieben. Das einzig bedrohte Team, welches nicht gegen einen unmittelbaren Kontrahenten antritt, stellt Freiburg dar. Sie empfangen den Tabellenzweiten aus Dortmund und dürften nicht gerade mit überschwänglichem Optimismus an die Partie herangehen, denn nur gegen die Borussia blieb Christian Streich im Profibereich noch ohne Punkt. Allen voran kann man dies in letzter Zeit Robert Lewandowski zuschreiben. Der polnische Nationalstürmer erzielte in den letzten fünf Aufeinandertreffen viermal einen Doppelpack und kommt insgesamt auf stolze 10 Tore in 7 Partien mit diesem Gegner. Darüberhinaus gewannen die Dortmunder 6 der letzten 7 Pflichtspiele. Mitwirken wird im Breisgau auch wieder Marco Reus. Da dieser sich in jüngerer Vergangenheit einiger Verletzungsprobleme ausgesetzt sah, blieb eine Nominierung für die Nationalelf aus und er kann ausgeruht sowie mit einer vollen Trainingswoche in die Begegnung gehen. Einer der wichtigsten Leistungsträger der vergangenen Jahre meldet sich allmählich mit den bekannten guten Leistungen zurück: Lukasz Piszczek. Durch das Vorrücken von Großkreutz ins Mittelfeld absolviert der Pole fast jede Partie von Anfang bis Ende und überzeugt.
Im neuen Jahr verloren die Westfalen nur eine Begegnung; vor zwei Wochen in Hamburg. Die Hanseaten müssen nach verlorenem Nordderby auf Sieg spielen und empfangen ihren Lieblingsgast in der Imtech-Arena: Eintracht Frankfurt. Gegen keine andere Mannschaft gelangen dem HSV mehr Heimsiege (30). Da Kapitän Rafael van der Vaart noch an seiner Grippe laboriert, steht vor allem der junge Hakan Calhanoglu im Blickpunkt. Der ehemalige Karlsruher soll für die kreativen Momente sorgen, sowie für Gefahr nach Standards. Wohl ewig im Gedächtnis eines jeden Fußballfans bleiben wird sein sagenhafter 45-Meter-Knaller gegen die Dortmunder. Tore nach Standards des Türken sind im Allgemeinen aber keine Seltenheit. Mit dem bereits dritten direkten verwandelten Freistoß knöpft er nahtlos an seine Stärke aus Liga 3 an, wo er in der Spielzeit 12/13 sieben solcher Buden erzielte.
Als Mannschaft, die besonders durch ihre Defensivarbeit glänzt, kann man aufgrund der vorangegangenen Ergebnisse ohne Frage die Mainzer bezeichnen. Drei Heimspiele in Serie ohne Gegentor und damit die einzige ohne selbiges in der Rückrunde im heimischen Stadion. Da sich die Herthaner gegen Freiburg nicht gerade durchschlagskräftig präsentierten, könnte dies anhalten. Immer mehr zum Stammspieler reifte im Laufe der Saison Stefan Bell. In den letzten Jahren noch als Talent ohne den nötigen Willen verschrien, zahlt er das neue Vertrauen von Thomas Tuchel endlich mit Leistung zurück. Ohne wenn und aber profitierte der ehemalige Juniorennationalspieler von der Verletzung Bo Svenssons. Trotz seines fortgeschrittenes Alters nach wie vor zuverlässig agiert Zdenek Pospech. Der Tscheche erweist sich seit dem ersten Tag als echter Glücksgriff für die 05er und erarbeitete sich den Status als unersetzliche Festung. Neben defensiver Stabilität bietet der Rechtsverteidiger ebenfalls offensive Vorstöße. Eine super Kombination für einen Außenverteidiger.
Genau für das Gegenteil steht die TSG Hoffenheim: bedingungsloses Attackieren. Die drittbeste Offensive der Liga tritt diese Woche auf Schalke an. Bei einer derartigen Konstellation tritt natürlich der Schalker Keeper Fährmann in der Vordergrund. Den Ex-Frankfurter kann man zweifellos als einzigen Spieler mit Normalform in der vorangegangenen Katastrophenwoche bezeichnen. Im Gegensatz dazu ist die Defensive der Sinsheimer nicht besonders zuverlässig. Daraus Kapital schlagen könnte vor allem der junge Max Meyer mit seiner Beweglichkeit und dem Auge für den Pass in die Schnittstelle. Den Spielmacher der Schalker muss man in einem Atemzug mit Timo Werner und Emre Can nennen, sobald es um die größten deutschen Talente geht.
Drei Positionen übrig und noch ordentlich Transferbudget in der Hinterhand? Da liegt es nahe, auf die Triple-Sieger aus München zurückzugreifen. Wieder einsatzbereit wird mutmaßlich Europas Fußballer des Jahres, Franck Ribéry, sein. Der wohl beste Spieler der Bundesliga verspricht bei Berücksichtigung stets hohe Punktzahlen, wenn er durch seine Dribbelstärke und Spielintelligenz oft die entscheidenden Räume reißt. Sein kongenialer Partner auf dem anderen Flügel Arjen Robben steht ihm hier in meist wenig nach. Drei Tore gegen die Königsblauen verhalfen ihm darüberhinaus zum Etikett Spieler des Spieltags 23. Mit nun einem Tor pro zwei Stunden Spielzeit avancierte der Niederländer zum effektivsten Mittelfeldspieler der Bundesliga-Geschichte. Allgemein jagt der Bayern-Express von Rekord zu Rekord. 30 Auswärts- sowie insgesamt 49 Spiele ohne Niederlage, 60 Spiele in Folge mit Tor, 15 Siege am Stück; alles laufende Bestmarken. Ergänzend zum Flügelgespann des Rekordmeisters gesellt sich der Spanier Thiago. Guardiolas Wunschspieler zeigt sich mehr und mehr prädestiniert, um die Offensivkräfte gekonnt einzusetzen. Seine sehenswerten Übersteiger und flinken Richtungswechsel machen ihn zudem zu einem der attraktivsten Ballzauberer der Liga.
Genug der Spekulation, warten wir jetzt zunächst den Samstag ab und um es mit den zuletzt eher weniger erfolgreichen Schalkern zu halten: Glück auf und ein erfolgreiches Bundesliga-Wochenende.

In diesem Sinne,
Euer Zeitlos

EDIT:
Bei den Münchnern schont man Thiago aufgrund des bevorstehenden Champions League Krachers gegen Arsenal. Für ihn läuft Shaqiri auf. Gleiches gilt bei unserer Elf.
Falls Lewandowski tatsächlich ausfällt, nominieren wir Drmic für die Reservebank, der dann für ihn einspringt. Ein guter Ersatz, wenn man bedenkt, dass der Schweizer bester Torschütze der Rückrunde ist.
Der junge Max Meyer startet ebenfalls nicht und wird bei uns durch den zuletzt besten Leverkusener vertreten, Emre Can.

Der 23. Spieltag

Nachdem der letzte Spieltag doch einige Überraschungen parat hatte, die uns Punkte kosteten, gehen wir mit neuem Optimismus in Runde 23. Eine dieser Überraschungen war mit Sicherheit der Sieg des HSV gegen Dortmund. Überragend dabei vor allem die Abwehrleistung der Hamburger, wobei der zuletzt ausgemusterte Rajkovic herausragte. Der als hochveranlagter Verteidiger geltende Serbe, welcher einst schon mit 15 sein Profi-Debüt beim OFK Belgrad gab, scheint nun endlich dieses Potential abrufen zu können. Dazu kommt, dass man mit den Bremern bei der schlechtesten Offensive der Rückrunde gastiert. Teamkollege Lasogga kann im Gegensatz zu den meisten seiner Mitstreiter als Gewinner der Saison bezeichnet werden. 9 seiner 11 Saisontore erzielte er zudem auswärts. Zurecht wurde er nun mit der Berufung in die Nationalelf belohnt.
Ebenfalls erstmals von Jogi Löw berücksichtigt, wird der Augsburger Andre Hahn. Ein Fakt, der dabei sicherlich eine Rolle spielt: 4 Tore und 4 Assists bedeuten Platz 1 der Scorerliste im neuen Jahr. Somit der gebürtige Niedersachse ein absoluter Punktegarant.
Die Hertha aus Berlin stellt zwei weitere Akteure für unsere Elf. Nummer eins ist natürlich Adrian Ramos, der Woche für Woche seine Klasse unter Beweis stellt. Trotz einer etwas schwächeren Leistung in Stuttgart, sammelte er auch dort einen Scorerpunkt. Peter Pekarik fand zuletzt immer häufiger den Weg in die blau-weise Startelf und rechtfertigt dies mit guten Partien. Desweiteren reist mit den Freiburgern eine Mannschaft in die Hauptstadt, die die letzten vier Auswärtsspiele allesamt zu Null verlor.
Nach der bisher nur punktuellen Auswahl von Spielern, dominiert eine Begegnung den Rest unserer Formation: das Topspiel am Samstagabend zwischen Bayern München und Schalke 04. Beide Teams zwar Champions League Achtelfinalisten und doch erscheint der Unterschied riesengroß. So überrollen die Münchner derzeit Liga und steuern auf nächsten Rekord zu. Mit 14 Siegen in Folge fehlt ihnen nur noch ein Erfolg zu ihrer eigenen Bestmarke aus dem Jahr 2005, als sie 15 mal hintereinander triumphierten. Herausragend dabei nach zwischenzeitlicher Degradierung Nationalspieler Toni Kroos. So machte er bei Arsenal London sein wohl bestes Spiel im Bayerndress und überzeugte auch vor Wochenfrist nach Einwechslung in Hannover als Taktgeber und Architekt der bayrischen Offensivstrategie. Da auch Bastian Schweinsteiger vermehrt Matchpraxis erhält, findet sich Thiago in einer etwas neueren Rolle wieder. Sowohl in London, als auch in Hannover agierte er auf einer der beiden Außenbahnen, was zumindest solange Bestand haben sollte, bis Franck Ribery wieder vollständig genesen ist. Weiterhin ist der Sohn des brasilianischen Weltmeisters Mazinho der erste Profi, der seine ersten elf Bundesliga Begegnungen gewann.
Durch diesen neuen Arbeitsplatz des Spaniers kann Mario Götze wieder auf seiner Paradeposition direkt hinter der Spitze auflaufen. Meist ergänzt wird das Duo Götze-Kroos im Mittelfeld von Philipp Lahm. Der Kapitän verdeutlicht Spiel für Spiel, warum ihn Pep Guardiola als „intelligentesten Spieler, den ich je trainiert habe“ bezeichnet. Und das bei Größen wie Xavi, Iniesta und Messi, die schon unter Guardiola auf dem Rasen standen. Für die Aktionen um und im Strafraum des Gegners zeigen sich allerdings häufig andere Spieler verantwortlich, allen voran ist hier Arjen Robben zu nennen. Vor seiner Verletzung durch ein brutales Foul des Augsburgers Hitz befand sich der Niederländer vermutlich in der Form seines Lebens und auch jetzt knöpft der 30-jährige dort wieder nahtlos an. Gegen die Schalker wird daher maßgeblich ein Mann im Mittelpunkt stehen: Ralf Fährmann. Wie schon mehrmals erläutert, empfiehlt es sich oft, auf den Torwart des Bayern Gegners zurückzugreifen, da dieser sich regelmäßig vielen Torschüssen ausgesetzt sieht und sich so ein ums andere mal beweisen kann.
Ein Spieltag mit einigen interessanten Aufeinandertreffen steht uns somit bevor und wir freuen uns drauf.

In diesem Sinne,
Euer Zeitlos