Der 32. Spieltag

Zum letzten Mal in dieser Saison gibt es das komplette Fußballwochenende von Freitag bis Sonntag. Denn ab Spieltag 33 finden alle neun Partien am Samstag zeitgleich um um 15.30 Uhr statt. Dabei erwarten uns einige interessante Begegnungen, obwohl es natürlich zu einem so späten Zeitpunkt in vielen Aufeinandertreffen um die sprichwörtlich „Goldene Ananas“ geht.
Daher heißt es auch zum letzten Mal Topspiel am Samstagabend. Bayer Leverkusen empfängt Borussia Dortmund. Im Hinspiel glänzten die Leverkusener mit brutaler Effektivität vor dem Tor und ließen hinten keine wirkliche Chance zu. Aufgrund der Entwicklungen der Rückrunde kann man wohl diesmal ein anderes Bild erwarten. Stürmende Borussen treffen auf eine verunsicherte Bayer-Mannschaft, die trotz des Auswärtserfolgs nicht Nürnberg noch nicht über dem Berg zu sein scheint. Im Mittelpunkt steht daher besonders Bernd Leno. Der U21-Nationalkeeper hielt sich als einer von Wenigen nahezu schadlos während der Krise unter Samy Hyypiä.Der ehemalige Stuttgarter sammelte schon 212 Punkte im Managerspiel und somit so viele wie kein anderer. Den höchsten Durschnittswert aller Akteure besitzt allerdings ein anderer. Seine 7,07 Punkte pro Partie verdankt Marco Reus nicht zuletzt seiner famosen Verfassung der vergangenen Wochen. In den zurückliegenden sechs Partien sammelte der Nationalspieler 48 Punkten, unter anderem erreichte er zweimal die Bestbenotung. 43 Torbeteiligungen in 40 Einsätzen sprechen eine deutliche Sprache. Zurück zur Form fand indes Mhkitaryan. Nachdem er Real Madrid im Alleingang aus dem Wettbewerb hätte schießen können, dies aber nicht tat, zeigte er Moral. Spielerisch überzeugend auf der für ihn neuen Außenposition avancierte der Armenier in München zum Matchwinner. Gegen Mainz stand der 25-Jährige zwar im Schatten von Marco Reus, enttäuschte jedoch keineswegs. Die Schwarz-Gelben kämpfen ja bekanntlich schon das komplette Jahr mit Verletzungssorgen, so fehlt Subotic seit der Hinrundenniederlage in Wolfsburg. Der Serbe wird allerdings mehr als nur ordentlich von Neuzugang Sokratis vertreten. Bereits in der Saison 12/13 hatten die Borusssen mit Santana eine gute Alternative für die Innenverteidigung, die Qualität ist durch den Griechen Sokratis aber nochmal gestiegen.
Den Abschnitt zu Bayern München halten wir diesmal ungewöhnlich kurz. Denn weder Form noch Zeitpunkt des Spiels sprechen besonders stark für einen oder mehrere bestimmte Akteure. Deswegen nominieren wir nur Mario Götze. Der frühere Dortmunder sorgte in Madrid nach seiner Einwechslung für Schwung und hatte die einzige Großchance der Münchner. Ein Startelfeinsatz ist wahrscheinlich.
Bei einem anderen Club aus dem Freistaat musste unter der Woche der Trainer gehen. Gertjan Verbeek macht nach zuletzt acht Niederlagen in neun Pflichtspielen Platz für Prinzen und Mintal. Ob der Trainerwechsel schon in der ersten Partie Erfolg verspricht, darf bezweifelt werden. In Mainz verlor der Club die vergangenen sieben Gastauftritte.Die Mannen vom Bruchweg sind zudem gut drauf, die Niederlage in Dortmund ließ sich zum großen Teil auf die starke Borussia zurückführen. Und selbst dort glänzten die Rheinländer mit Kaltschäuzigkeit im Abschluss, die der gemeine Fan sonst nur vom FC Chelsea kennt.Federführend dabei: Shinji Okazaki. Aus zwei Möglichkeiten erzielte der Japaner die Saisontore 12 und 13. Somit hat der ehemalige Stuttgarter schon jetzt mehr Tore im Mainzer Trikot erzielt als in drei Jahren im Schwabenland. Im Juli verlässt leider Zdenek Pospech die 05er, denn man hat das Gefühl, dass der Oldie erst jetzt so richtig aufblüht. So dynamisch und lauffreudig kam wohl selten ein Spieler seines Alters daher. Aber wer kennt es nicht, die Famile ruft. Der Tscheche zeigt damit, dass es im Leben wichtigeres als Fußball gibt. Gerade deshalb wird er sich in seinen letzten drei Auftritten noch einmal ordentlich reinhauen.
Das Team der Stunde stammt aus Wolfsburg. Die Wölfe siegten in vier der letzten fünf Partien. Sie begrüßen Freiburg in der VW-Arena. Der Sportclub blieb in acht Auswärtsauftritten seit Dezember sechsmal torlos. Konsequenz: Der vermutlich nach David Alaba beste Linksverteidiger der Liga findet den Weg in unsere Elf, Ricardo Rodriguez. Eine offensive Ausrichtung, deswegen häufig mit vielen Flanken, aber ebenso Zweikampfstärke bilden die perfekte Kombination auf dieser Position. Endlich sein erstes Tor konnte dagegen Kevin de Bruyne erzielen. Es scheint so, als könnte der Belgier nach anfänglichen Schwierigkeiten an seine Topleistungen aus Bremen anknüpfen. Kurz vor der Weltmeisterschaft, bei der de Bruynes Belgier als Geheimfavorit gelten, blüht der Blondschopf auf und zeigt sein Potential.
Dem Zuschauer viel Freude bereitet ebenso die Torfabrik aus Sinsheim. Die TSG Hoffenheim stellt nach den Bayern und dem BVB die beste Offensive. Hierbei stechen besonders zwei Talente hervor: Kevin Volland und Roberto Firmino. Umso bemerkenswerter, dass beide sich trotz vielfachem Interesse von Spitzenclubs zu Hoffenheim bekannten. Der Brasilianer Firmino liegt auf Platz drei der Scorerliste und ist nur einer von vier Spielern, die sowohl zweistellig vorlegten, als auch trafen. Volland braucht für dieses Kunststück ebenfalls lediglich noch einen Assist. Zudem gewann die TSG fünf ihrer sechs Heimauftritte 2014.
So, genug des Vorgeplänkels, es ist Zeit für Bundesliga-Fußball. Am Wochenende können die nächsten Entscheidungen fallen. Falls Stuttgart in Hannover siegt und Hamburg sowie Braunschweig federn lassen, haben die Schwaben den Klassenerhalt fest. Außerdem sichern sich bei entsprechend günstiger Konstellation Mainz und Gladbach die Europa League sowie Schalke die Königsklasse. Am Montag sind wir diesbezüglich schlauer.
In diesem Sinne,
Euer Zeitlos

Der 21. Spieltag

Der vierte Rückrundenspieltag steht bevor und verspricht viele spannende Begegnungen, wie das Süd-West „Derby“ (Sorry liebe VfB-Fans) Stuttgart – Hoffenheim oder das Aufeinandertreffen der Champions League Achtelfinalisten Leverkusen und Schalke. Solche Partien sind schwer vorauszusagen, da sie sehr stark von der Tagesform der einzelnen Teams und Spieler abhängen. Wie sagt man so schön: Spiele auf Augenhöhe. Alles andere als das ist die Partie zwischen den Bayern und Freiburg. Der Rekordmeister, unter der Woche souverän Hamburg aus dem Pokal geworfen, befindet sich zurzeit in einer anderen Sphäre und scheint der Liga zu entwachsen. Auch gegen die Breisgauer ist daher ein einseitiger Spielverlauf zu erwarten. Aufgrund dessen prägen Akteure dieser Auseinandersetzung unsere Startelf. Arjen Robben macht hier den Anfang, der, wenn er nicht unter einer seiner zahlreichen Verletzungen zu leiden hat, ein unverzichtbarer Bestandteil im Gebilde des Triple-Siegers ist. Immer größere Bedeutung erlangen ebenso Mario Götze und Thiago. Beim deutschen Nationalspieler machte sich dies nicht zuletzt in seiner aktuellen Marktwertanpassung durch die Kollegen von Transfermarkt.de bemerkbar. Mit einer Erhöhung auf 55 Mio. Euro avancierte er zum wertvollsten deutschen Spieler aller Zeiten. An seiner Seite wirbelt Thiago, hinten hilft dieser oft beim Spielaufbau aus, um meist wenig später auch den entscheidenden Pass in die Spitze zu spielen oder wie in Suttgart per Traumtor selbst zu treffen. Ein kompletter Mittelfeldspieler. Verhindern will diesen eindeutigen Spielausgang, wie schon in der Hinserie, Oliver Baumann. Der Freiburger Keeper trotz seiner jungen Jahre mal wieder mit einer sehr stabilen Saison (Sport1-Notenschnitt 2,98) patzte bisher nur dreimal – und das alles in einer Partie gegen den HSV. Auswärts bei den Münchnern wird der ehemalige U21-Nationaltorhüter genug Gelegenheit haben sich auszuzeichnen.
Kommen wir zu Schwerpunkt zwei, Eintracht Frankfurt reist zum BVB nach Dortmund. Noch unter der Woche im DFB-Pokal konnte das Team aus „Mainhattan“ gut dagegen halten, allerdings mit dem Heimrecht im Rücken. Im Signal-Iduna-Park gewann die Borussia zwar das letzte mal Mitte November (!) gegen Neapel, jedoch tankte sie dank nun dreier Auswärtssiege in Folge ordentlich Selbstvertrauen. Beim Ligaauftritt in Bremen ragte neben Mkhitaryan besonders Robert Lewandowski heraus. Nach zuvor fünf torlosen Auftritten schnürte der Pole einen Doppelpack und verteidigte somit seinen Platz als Topscorer der Liga. Für das Abwehrzentrum nominieren wir Sokratis, weil er immer sowohl zuverlässig und zweikampfstark als auch torgefährlich nach Standards agiert.
In der Torjägerliste vor Lewandowski steht nur der Herthaner Adrian Ramos, welcher am Samstag den Hamburger Sportverein quasi im Alleingang abschoss (2 Tore, 1 Assist). Verständlich dadurch natürlich eine Berücksichtigung unsererseits in der Startformation.
Zurzeit gibt es wohl nur eine Mannschaft, die ähnlich verunsichert wie der Chaos-HSV ist, Werder Bremen. Diese Schwächephase versuchen wir ausnutzen, indem der beste Gladbacher Stürmer Teil unseres Teams wird, Max Kruse, welcher ironischerweise noch vor wenigen Jahren für zu schlecht befunden und aus Bremen weggeschickt wurde. 0 Punkte aus 3 Spielen spricht zwar ebenfalls nicht für eine überragende Form der Borussen, allerdings hatten diese ein weitaus schwierigeres Auftaktprogramm.
Ein besserer Start ins neue Jahr gelang ohne Frage dem FC Augsburg. Die Fuggerstädter sind nunmehr seit 8 Partien unbesiegt und feierten einen beeindruckenden Triumph in Stuttgart (1:4). Herausragend war dabei sicherlich der frühere Offenbacher Andre Hahn, welcher sein Torkonto auf neun aufstocken konnte. Somit avancierte er zum besten Torschützen unter den Mittelfeldspielern der Liga. Auf der linken Seite der Schwaben sorgt Außenverteidiger Ostrzolek für Schwung und Offensivdrang. Dies zeigt sich in der Flankenstatistik der Liga, die übrigens von Teamkollege Hahn angeführt wird, in der er auf Platz sechs rangiert. Außerdem bildet der gebürtige Bochumer mit Nebenmann Callsen-Bracker eine sehr unanfällige Defensive, so kassierte die Überraschungsmannschaft in den letzten 8 Spielen nur in Dortmund mehr als ein Gegentor. Alles nachvollziehbare Gründe für eine Aufstellung der beiden.
Damit ist unsere Elf komplett und eine Wiederholung der 84 Punkte vom vergangenen Spieltag sollte angestrebt werden.

In diesem Sinne,
Euer Zeitlos