Der 30. Spieltag

Das Viertelfinale der Champions League ist passé, aber die Bundesliga geht weiter. Und wie!
Am Samstagabend steigt das Topspiel des Jahres, der deutsche „Clasico“. Die sehr unglücklich und mit einer famosen Rückspielleistung ausgeschiedenen Dortmunder reisen zum vorzeitigen Meister. Daher hat die Partie in München leider nicht ganz die Strahlkraft vergangener Duelle, aber ist dennoch ein wichtiger Test. Denn wohl ganz Fußballdeutschland rechnet mit dem Pokalfinale FCB gegen BVB. Erschöpft, aber mit Selbstvertrauen werden die Schwarzgelben versuchen, den Bayern die erste Heimpleite der Bundesligasaison beizubringen. Unter den gegebenen Umständen allerdings erscheint dies unwahrscheinlich. Manuel Neuer wird nichtsdestotrotz im Mittelpunkt stehen, wie schon in den letzten Aufeinandertreffen. Der beste Torhüter der Welt sollte dem aber einmal mehr gewachsen sein. Erst Schreckgespenst, jetzt Lieblingsgegner – so könnte man wohl die Beziehung zwischen Arjen Robben und Borussia Dortmund beschreiben. Vergab er 2012 noch im Signal-Iduna-Park kurz vor Schluss den wohl meisterschaftsentscheidenden Elfmeter, glänzte er in 2013 mit einem Traumtor im Pokalviertelfinale sowie einem Assist und dem 2:1-Siegtreffer im Champions-League-Endspiel, welcher ihn vermutlich für Bayern-Fans unsterblich werden ließ. Balsam für die empffindliche Seele des Niederländers. Gegen Manu gesperrt und somit ein sicherer Kandidat für die Startelf ist wohl Bastian Schweinsteiger. In beinahe allen entscheidenden Momenten übernahm der Leader zuletzt Verantwortung. Als es kurz vor Schluss 0:0 in Mainz stand, köpfte er seine Mannschaft in Führung. Auch in Manchester war er es, der nach Mandzukic Vorarbeit den Ausgleich herstellte.
Muss der Zweite beim übermächtigen Ersten ran, dann schlägt die Stunde des Dritten. So könnte Schalke mit einem Sieg über Frankfurt am Reviernachbarn vorbeiziehen. #hinter der Eintracht verbirgt sich wahrlich keine Auswärtsmacht und die Gelsenkirchener agieren in der Rückrunde endlich auf dem Niveau, das man ihnen von Anfang an zutraute. Torjäger Huntelaar kehrt genauso zu alter Form zurück, wie Jungstar Julian Draxler. Im Zusammenspiel mit dem quirligen Max Meyer können sie nahezu jede Bundesliga-Abwehr auseinanderhebeln. Einst zum schlampigen Talent verschrien, zeigt auch Joel Matip endlich konstant, warum ihn Felix Magath schon sehr früh von den A-Junioren zu den Profis hochzog.
Beginnen wir die Vorberichterstattung für das nächste Spiel zunächst mit einer weniger guten Nachricht: Mehmedi fällt verletzt aus. Der Schweizer war eigentlich fest eingeplant, sowohl aufgrund seiner Formstärke, als auch wegen dem Freiburger Gegner, Braunschweig. Trotz dieser Botschaft setzen wir auf erfolgreiche Breisgauer, denn die Löwen gewannen in dieser Saison nie zwei Partien in Folge und sind seit 18 Aufeinandertreffen mit Freiburg sieglos. Die Grundlage legt natürlich wie immer die Defensive und somit fällt einem als erstes Mathias Ginter. Mit seinen Leistungen beeindruckte er auch Jogi Löw und avancierte im März zum Nationalspieler. Ob er auf der 6 oder in der Innenverteidigung aufläuft, weiß man bei Christian Streich ja vorher nie so genau. Mit Oliver Sorg haben Männer aus dem Südwesten einen weiteren jungen deutschen Akteur in ihren Reihen. Bei ihm erscheint es wohl ebenso nur noch eine Frage der Zeit, bis der U21-Nationalspieler eine Etage weiter oben anzutreffen ist. Gerade auf der Außenverteidiger-Position herrscht allgemein bekannt seit Jahren Mangel bei Jogi‘s Team.
Anders als in den letzten Wochen stellen wir diesmal ein 3-5-2-System, das heißt es ist noch Platz für zwei Mitteldspieler. Wenn man nicht gerade nach München guckt, wäre einem in der Hinrunde wohl als erstes Raffael in den Sinn gekommen. Der Brasilianer fand nach schwachem Jahresbeginn wieder allmählich zur alten Klasse und beförderte damit seine Gladbacher aus der Krise. Diese haben inzwischen sogar die Chance auf den Champions League Qualifikationsplatz. Ein etwas anderer Spielertyp, aber dennoch nicht minder gefährlich läuft für den HSV auf und stellt mittlerweile nicht selten Rafael van der Vaart in den Schatten. Überzeugt Raffael besonders durch seine Wendigkeit und Dribbelstärke, verzaubert uns Calhanoglu ein ums andere Mal mit traumhaften Fernschusstoren. Es kümmert ihn dabei wenig, ob der Ball nun bei 45 Meter Torentfernung zum Freistoß bereit liegt oder der Strafraum durch eine vielbeinige Abwehr zugestellt ist. Seine Technik erinnert dabei an eine Mischung aus Cristiano Ronaldo und David Beckham. Der junge Türke versteht es wie kein zweiter hierzulande – na gut, vielleicht Sejad Salihovic – dem Spielgerät sowohl genügend Schnitt, als auch die nötige Power mitzugeben.

Eigentlich freute sich der gewöhnliche Fußballfan auf Spieltag 30, wie auf keinen zweiten. Es sollte das große Duell werden, Bayern München gegen Borussia Dortmund, in dem der Meisterschaftskampf entschieden werden sollte. Leider erstrahlt die Begegnung in einem nicht ganz so hellen Licht, da die beiden 20 Punkte trennen. Trotz allem freuen wir uns auf diese und die 8 anderen Partien.
In diesem Sinne,
Euer Zeitlos

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